Was ist High - End ?

Wer sich die Herstellung eines Lautsprechers, der sich nur mit der Realität vergleichen zu lassen braucht, zum Ziel setzt, gelangt früher oder später zu einem Vollbereichs- Schallwandler, der das gesamte Audiospektrum mittels einer einzigen Membran abstrahlt.
Nur so lassen sich die vielfältigen Fehlerquellen, die aus der Verwendung mehrerer Wandler - ungeachtet des Wandler- Prinzips -
Resultieren, vermeiden.
Denn jedes Feder- Masse- System - jeder Schallwandler stellt ein solches dar - ist in der Lage, Energie zu speichern und diese verzögert in Form von Schall wiederzugeben - das Resultat ist eine Verschlechterung der Impulswiedergabe.
Ein Dreiweg- Lautsprecher zum Beispiel zerlegt jeden Impuls in drei zeitlich aufeinanderfolgende Ausschwingvorgänge, während ein im Sprachgebrauch als "Breitbandlautsprecher" bezeichneter Wandler nur einen einzigen Ausschwingvorgang besitzt - so, wie es das originäre Schallerzeugnis vorschreibt.
Die Kunst liegt nun darin, den Vollbereichswandler so zu konstruieren, daß dieser eine Ausschwingvorgang möglichst schnell und gleichmäßig abklingt. Darüber hinaus soll natürlich der Schalldruckverlauf über der Frequenz linear sein - sowohl bezüglich seines Amplituden- als auch seines Phasenverhaltens, bei jedem Pegel und bei jedem Winkel.

Sind diese Forderungen erst erfüllt, dann ist der perfekte Lautsprecher erschaffen. Allerdings sind wir davon noch ein gutes Stück entfernt.

Immerhin sind einige Lautsprecherhersteller - sie werden gerne als
"Exoten" bezeichnet - dem beschriebenen Ziel schon erfreulich nah gekommen.

Klang und Ton 4/94, Bert Timmermanns

 

     
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